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LÁTNIVALÓK/VáROSTöRTéNET

Die Stadtchronik von Kaposvár

 

Das Gebiet Kaposvárs wurde seit jeher von den Völkern der Kelten, Rumӓnen und Avaren bewohnt, die bereits seit tausenden von Jahren hier niedergelassen waren. Und das Ungarische Volk, welches sich ungefӓhr im Jahre 900 in diesem Gebiet niederlieβ, fand hier kleine slawische und deutsche Siedlungen vor. Nach der Landnahme, lieβ sich der Koppány Clan hier im Somogy nieder. Der Name der Siedlung Kapos („Copus”) - welcher sich aus dem Wort Tor (Eingang) herleitet - wurde erstmals im Jahre 1009, in der Stiftungsurkunde St. Istváns erwӓhnt, welche die Grenzen des Pécser Bistums niederlegte.

 

Im Jahre 1061 gründete Atha (Ottó), der Vogt von Schomodei, an diesem Ort eine Benediktinerabtei, an deren Weihung König Salamon und Prinz Géza teilnahmen. Nach der Zerstörung durch die Tataren, erbaute König Béla IV. wӓhrend seiner Regentschaft mehrere Burgen, eine davon war die erste Burg Kaposvárs, welche im Jahre 1200 erbaut wurde. Im Mittelalter wurden jedoch in Kaposvár keine Kloster errichtet oder sonstige Niederlassung um die Burg herum. Dies hatte zwei Gründe: zum einen, hatte diese Region keine wichtige wirtschaftliche Bedeutung, und zum anderen, die Kӓmpfe zwischen den verschiedenen Völkern. Schlieβlich endeten die Zeiten der örtlichen Kӓmpfe mit der Besetzung durch die Türken. In den Jahren nach der Schlacht von Mohács, plünderten die Truppen Sulejmans in diesem Gebiet. Die Türken eroberten die Burg von Kaposvár im September 1555 und eine 131 Jahre lange Besetzungszeit durch die türkischen Truppen folgte. Wӓhrend dieser Zeit war Kaposvár zwar auch ein kleines Verwaltungszentrum, gröβere Bedeutung erhielt es jedoch durch seinen militӓrischen Status. Die Burg von Kapos wurde endlich durch die christliche Truppen im Jahre 1686 erlöst. Nach der Zeit der Unterwerfung schien es, als könne nunmehr eine neue Entwicklung beginnen. Die Kirche wurde errichtet und die ersten Gilden wurden gegründet. Aber der Beginn des 18. Jhds. brachte Leiden und Not in die Siedlungen. Die Habsburger machten die Kaposvárer Burg dem Erdboden gleich und die Überreste der Burg wurden wӓhrend des Unabhӓngigkeitskrieges von Rákóczi zerstört.

 

Nach dem Untergang ging die Stadt in den Besitz der Familie Esterházy über, die die Stadt wieder bevölkerte. Kaposvár gewann an wirtschaftlicher Bedeutung und ihre Rolle in der Verwaltung wurde immer wichtiger. Im Jahre 1703 erhielt die Gemeinde das Marktrecht und ein biβchen spӓter wurde die erste Volksschule und eine neue Kirche errichtet. Seit 1749 galt Kaposvár als Kreisstadt und Verwaltungssitz des Komitats Somogy. Da immer mehr Handwerker und Hӓndler sich in Kaposvár ansiedelten, begann der Zuwachs der Bewohnerschaft. Noch wichtiger war die Errichtung von bedeutenden Gesundheits- und Bildungseinrichtungen und kulturellen Instituten von dem 19. Jahrhundert. Der kleine Marktflecken wurde immer mehr bürgerlich. Das Stadtzentrum baute sich aus mit der Gebӓude von dem Komitatshaus, dem Rathaus, der Kirche und der Steinbodenstrecken.

 

 

Ohne Zweifel hatte die Stadt Kaposvár ihre erfolgreichste Periode nach dem Ausgleich. Das ist dem Bau der Eisenbahnlinien zu verdanken. Kaposvár wird 1872 an die Eisenbahnstrecke zwischen Dombóvár und Zákány angeschlossen und die Stadt entwickelt sich zu einem wichtigen Industriestandort. Kaposvár wurde in 1873 zur Stadtgemeinde gehoben. Am Beginn der 1900-er Jahren arbeitete schon 11 Industriegesellschaften in der Stadt, unter anderem eine der bedeutendsten Fabriken Ungarns, die Kaposvárer Zuckerfabrik, die schon im Herbst 1894 funktionierte. Mit dem Zuwahs der Bewohnerschaft kam die Erweiterung der Stadt nach. Die erste und bedeutendste planmӓβige Stadtentwicklung knüpft an den Bürgermeister István Németh (1895-1911). Für die Bewohnerschaft wurde ihrer Lebensraum immer wichtiger, und dann kam es zur Gründung des „Kaposvárer Stadtverschönerungsgesellschaft,” woher die Stadt der Blumen ihren Ausgangspunkt hat.

Mit der raschen wirtschaftlichen Konjuktur kam auch der Aufschwung des Kulturlebens. Im April 1904 erscheint die erste Tageszeitung, des Komitats, namens „Somogyi Hírlap”. Im September 1911 wurde das neue Theater aus Ziegelstein eröffnet, das damals das modernste und gröβte Theater Ungarns war. Die ersten Kinos nehmen ihren Betrieb ebenso auf: im ersten Jahrzehnt der 20. Jahrhunderts funktionierte schon drei Kinos in Kaposvár. Eins nach dem anderen wurden die Kultur- und Kunstvereine begründet. Das reges Kunstleben zeigt sich an dem Besuch und der Ansiedelung von berühmten Künstlern, wie József Rippl-Rónai, Endre Ady, István Fekete und Aurél Bernáth.

 

Bis zum Ersten Weltkrieg war Kaposvár eine Garnisonsstadt der. k.u.k. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 lag hier das III. Bataillon des Ungarischen Infanterieregiments Nr. 44. Der Krieg brachte der Stadt jedoch Nöte und Unzufriedenheit.

 

Nach den Kriegsjahren richtete sich die Stadt langsam auf. Zwar die Rolle des Schienenverkehrs nachlieβ, jedoch wurde es durch den Start des Omnibusverkehrs und den Aufbau des Flughafens in Taszár 1929 kompensiert. Kaposvár wurde immer mehr von einer Industriestadt zu einer Hӓndler- und Offizialstadt. Dies zeigte sich auch im Stadtbild. Kaposvár wurde ein sauberes, geordnetes, gemütliches und stimmungsvolles Stӓdtchen mit Restaurants, Cafés und einem lebhaften Kulturleben.

Nach der glückliche Friedensjahren der Zweite Weltkrieg bremste erneut den Aufschwung der Stadt. Fast tausend Kaposvárer starb oder verschwand wӓhrend der Kӓmpfe. Im Jahre 1944 wird die Stadt zweimal von fremden Truppen besetzt, im Mӓrz von Deutschen Truppen und dann am 2.12. erreichte die Frontlinie die Stadt und das sowjetische Regime löst die Deutschen ab.

 

Der Krieg verursachte glücklicherweise keine signifikante Gebӓudeverwüstung. In der immer ein wenig für Rebell gehaltene Stadt, Kaposvár begann die Entwicklung des neuen sozialistischen Industriemodells. Das führte sich zur Eröffnung des Textilbetriebes, der Kleidungsfabrik, des Fleischkombinats und der Elektrofabrik. 1956 waren die Kaposvárer die ersten, die die Revolution unterstützen, doch am 4.11. marschierten sowjetische Truppen ein und beendeten die Freiheitsbestrebungen: viele Einwohner, wie auch der in Kaposvár geborene Imre Nagy, wurden bestraft.

 

In den nӓchsten Jahrzehnten wurde die Entwicklung der Industrie neugestartet und ein groβes Wohnungsbauprogramm begann. Von 1970 wurden neue Fertighauswohnsiedlungen gebaut. Die Verwaltungsgrenze verschob sich: die Nachbargemeinde, Kaposszentjakab wurde 1950 an die Stadt angeschlossen, dann folgten Toponár, Kaposfüred im Jahre 1970 und Töröcske im Jahre 1973. Seit 1990 besitzt Kaposvár Komitatsrecht und seit 1993 ist die Stadt ein Bischofssitz.

 

Csiky Gergely Theater, Vikár Béla Sӓngerchor, Somogy Volkstanzgruppe oder Berzsenyi Literarische Gesellschaft - im Bereich Wissenschaft und Kultur sind diese Namen von Kaposvár landesberühmt und auch im Ausland bekannt. 

 

Die erstaunenswert neugeborene Somogyer Komitatsstadt mit ihrer gemütlichen mediterranen und stimmungsvollen Innenstadt wurde eine echte europӓische Stadt. Entweder man lebt hier, oder nur ein Paar gemütliche Tage hier verbringen möchte, alle werden von der Stimmung Kaposvárs bezaubert!

 

 
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